Crowdinvesting erlaubt Anlagen schon in kleinem Rahmen

​Wer ein wenig Geld anlegen will und kann, wird oft immer noch an den Anlageberater oder die Hausbank verwiesen. Dabei gibt es dank Finanztechnologie ganz gute Möglichkeiten, die am eigenen Profit orientierten traditionellen Anlageberatungen zu umgehen und sich mit ein wenig Zeit selbst ein Bild der Lage auf dem Finanzmarkt zu verschaffen.

Gerade für Klein- und Kleinstanleger/-innen ist Crowdinvesting interessant. Vergleichen Sie die verschiedenen Crowdinvesting Plattformen mit unserm Crowdinvesting-Rechner.

Was ist Crowdinvesting?

Crowdinvesting wird im deutschen Sprachraum oft als Schwarminvestition bezeichnet.

Das Prinzip ist einfach erklärt: Viele Investoren und Investorinnen geben einen kleinen Geldbetrag, so dass ein große Projekt gemeinsam finanziert werden kann. Ist das Projekt umgesetzt, kann es gewinnbringend verkauft werden, und die Investoren und Investorinnen erhalten nicht nur ihr Darlehen zurück, sondern auch eine kleine Rendite.

Crowdinvesting muss dabei von Crowdfunding unterschieden werden.

Beim Crowdfunding geht es darum, soziale, karitative oder künstlerische Projekte auf Spendenbasis zu finanzieren. Die Geldgeber erhalten beim Crowdfunding keine Rendite, ihr finanzieller Einsatz wird mit einem Sachwert als Dankeschön belohnt.

Crowdinvesting Plattformen Finoverix

​Bild: © monropic-fotolia.com - Crowdinvesting

​Das kann ein Aufkleber sein, eine CD oder vielleicht eine Karte. Es gibt aber kein Geld. Im Mittelpunkt steht der Gedanke, dass ein wichtiges Projekt gemeinsam realisiert werden konnte. Die Projekte sind nicht gewinnorientiert.

Beim Crowdinvesting ist das anders. Meist handelt es sich um Firmengründungen oder Immobilien, die mithilfe des Schwarms finanziert werden sollen. Im Mittelpunkt steht der wirtschaftliche Gedanke: Es sollen am Ende Rendite erzielt werden. Die meisten Projekte werden nicht alleine durch Crowdinvesting finanziert. Der Schwarm finanziert nur den kleinen Teil des Projekts, der durch andere Geldgeber, beispielsweise Kreditinstitute und Großinvestoren, nicht gedeckt werden kann.

Infografik: Immer mehr schwärmen für Schwarmfinanzierung | Statista

​Wie kann man in Crowdinvesting investieren?

​Crowdinvesting wird nicht von den Banken und Kreditinstituten getragen, sondern passiert über spezielle Crowdinvesting Plattformen im Internet. Crowdinvesting Plattformen arbeiten als gewinnbringende Unternehmen. Sie sind daran interessiert, dass die angebotenen Projekte realisiert werden können. Dementsprechend sorgfältig werden die Projekte überprüft, bevor sie angenommen werden.

Wer eine Immobilie bauen, sanieren, umbauen oder kaufen will, aber nicht ausreichend Mittel über Banken und Großinvestoren auftun kann, hat die Möglichkeit, das Projekt auf einer der Crowdinvesting Plattformen wie beispielsweise Bergfürst, Zinsland, Zinsbaustein oder Exporo anzumelden. Die Experten der Plattform prüfen, wie die Erfolgsaussichten sind.

Wenn das Projekt erfolgreich erscheint, wird es von der Plattform unterstützt. Das bedeutet, Kleininvestoren können bei der Finanzierung helfen und sich an dem Projekt beteiligen.

Immobilien-Crowdinvesting mit BERGFÜRST

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​Einfach anmelden und mitmachen? Besser genau hinsehen!

​Wer sich für Crowdinvesting interessiert, insbesondere für Crowdinvesting in Immobilien, sollte die zur Verfügung stehenden Plattformen sorgfältig durchgehen. Denn die verschiedenen Plattformen unterscheiden sich in einigen Punkten. Exporo und Bergfürst sind die größten Plattformen für Crowdinvesting in Immobilien, es gibt aber weitaus mehr Anbieter. Daher ist ein Crowdinvesting Vergleich der verschiedenen Plattformen sehr wichtig.

Alleine in Deutschland stehen im Januar 2018 insgesamt 22 Anbieter zur Verfügung. Wer investieren will, sieht sich die versprochene Rendite an (in der Regel 4 % bis 8 %), die angepeilten Laufzeiten und die für die einzelnen Projekte zur Verfügung stehenden Informationen genau an. Wichtig ist, wie viele Informationen die Plattformen zur Verfügung stellen.

Auch die Mindestinvestition unterscheidet sich zwischen den Plattformen. Manchmal reicht schon ein niedriger zweistelliger Betrag aus, bei anderen Plattformen müssen es drei- bis vierstellige Beträge sein, die investiert werden.

Die Anmeldung auf der Plattform ist für potentielle Kleinanleger in der Regel kostenlos. Eine erste Übersicht über die Arbeitsweise der Plattformen bekommt man normalerweise schon ohne Anmeldung. Wer einmal angemeldet ist, muss auch nicht sofort investieren. Einfach umsehen ist ebenfalls möglich und vor allem ratsam.

​Crowdinvesting Immobilien ist Chance und Risiko zugleich

​Der Immobilienmarkt ist momentan interessant. Und da nicht jeder die Mittel hat, einfach in Immobilien zu investieren, sind die Crowdinvesting Plattformen eine gute Möglichkeit für Klein- und Kleinstanleger zu investieren.

Da die Banken für bestimmte Finanzprodukte keine oder kaum Zinsen für Erspartes geben, der Aktienmarkt immer noch als zu schwierig für Laien gilt und andere Investitionen als risikoreich gelten, scheinen Immobilien eine eher sichere Sache zu sein.

Allerdings sind Investitionen in Immobilien nur sicher, wenn die Projekte gut geplant sind. Da man das als Schwarminvestor selten beurteilen kann, muss man der Crowdinvesting Plattform einen ordentlichen Vertrauensvorschuss geben.Experten raten außerdem, immer mit einem Totalverlust zu rechnen.

Crowdinvesting Plattformen Finoverix

​Bild: © Andrey Popov-fotolia.com - Crowdinvesting

​Man sollte nur so viel Geld zu investieren, dass man den Verlust gut verkraften kann. Wie bei vielen anderen Anlagen gilt auch beim Crowdinvesting in Immobilien, dass die Anlagen möglichst weit gestreut werden sollten. So kann das Risiko eines Totalausfalls klein gehalten werden.

Prinzipiell ist der Anteil der durch Crowdinvesting finanzierten Immobilien auf dem Markt noch recht klein, aber die Tendenz steigt. Wie viele Projekte erfolgreich zum Abschluss gebracht wurden, geben die Crowdinvesting Plattformen gerne an: Immerhin ist das gute Werbung für ihre Arbeitsweise.

​Gelder sind gebunden

​Schwarminvestoren sollten auf keinen Fall den Notgroschen in Crowdinvesting stecken. Denn das Geld ist für mehrere Jahre gebunden, meist sind es zwischen drei und acht Jahre. Das soll den Bauherren finanzielle Sicherheit geben und garantieren, dass das Projekt nicht auf halber Strecke abgebrochen werden muss, weil die Investoren ihre Gelder abziehen. Diese Regelung gibt also auch den Schwarminvestoren eine gewisse Sicherheit. Wie lange genau die Investitionen gebunden sind, hängt von dem jeweiligen Projekt ab.

Es ist aber inzwischen auch möglich, die eigenen Anteile an einem Immobilienprojekt zu verkaufen. Offiziell ist das bei den meisten Plattformen nicht vorgesehen und vor allem auch nicht gerne gesehen, aber es hat sich durchaus ein kleiner Markt etabliert, wo Schwarminvestoren, die schnell ihr Geld benötigen, ihre Anteile wieder loswerden wollen. Der Anspruch auf Rendite geht in diesem Fall natürlich verloren.

Die beim Crowdinvesting gewährten Kredite sind Nachrangdarlehen. Geht ein Projekt pleite, bevor es realisiert wird, werden die Schwarminvestoren also nur nachrangig ausbezahlt, also nachdem alle anderen Investoren und Geldgeber ihre Interessen bedient sehen.

Das kommt, dass die Rendite aus dem Crowdinvesting steuerpflichtige Einnahmen sind. In Deutschland gelten 25 % Abgeltungssteuer plus 5,5 % Solidaritätszuschlag. Dazu kommen gegebenenfalls noch Kirchensteuern. Ob und inwieweit sich Verluste beim Crowdinvesting als unternehmerische Verluste absetzen und damit steuerlich geltend machen lassen, ist nicht eindeutig geklärt. Und dazu finden sich auch auf den entsprechenden Plattformen nur wenige Informationen.